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Schufa: Schnüffel-Forschungen sorgen für große Aufregung

Die Schufa lässt erforschen, wie man Informationen aus dem Netz zur Bonitätsberechnung einsetzen kann. Die Empörung ist gewaltig: Facebook- und Twitter-Nutzer rebellieren ebenso wie die Verbraucherschutzministerin.

Am Donnerstag tauchte ein Bericht von „NDR Info“ auf, der besagte, die Schufa wolle das Internet durchleuchten, um an Infos über die Kreditwürdigkeit zu kommen. Dabei würde man auch keinen Halt vor Facebook, LinkedIn und Co. machen. Aus diesem Grund fordert Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) nach Angaben des Nachrichtenmagazins „Spiegel“: „Die Schufa darf nicht zum Big Brother des Wirtschaftslebens werden.“ Edda Castelló, er ist von der Verbraucherzentrale Hamburg, kritisierte dies als eine „Grenzüberschreitung“. Nun meldet sich die Schufa selbst zu Wort. Eigenen Angaben zufolge stehe noch gar nicht fest, was man tatsächlich entwickeln möchte. „Es geht nicht darum, jetzt zusätzliche Datenquellen zu erschließen“, versicherte Schufa-Sprecher Andreas Lehmann dem Magazin. Erst einmal soll das Forschungsprojekt klären, ob eine Analyse öffentlicher Informationen aus dem Internet überhaupt Sinn macht und rechtlich zulässig sei.

Ein Sprecher des Hasso-Plattner-Institut (HPI), hier geht die Schufa seiner Idee nach, betonte, der NDR zitiere „eine lange Ideenliste“, dies sei aber noch kein Projektplan. Demnach dürfe es für Wissenschaftler im Vorfeld eines Projektes keine Denkverbote geben. Den Angaben zufolge soll sich nur ein kleiner Teil der Ideen ausdrücklich auf personenbezogene Daten beziehen. „Der viel größere Teil betrifft ganz allgemeine Daten aus dem Internet, zum Beispiel Bevölkerungsdaten“, hieß es weiter.

Doch trotz aller Beschwichtigungsversuche ist Ministerin Aigner sauer und schießt gegen Schufa und HPI. „Die Funktion der Schufa ist die Prüfung der Kreditwürdigkeit und dazu müssen die Finanzdaten reichen“, sagt sie im „Münchner Merkur“. „Inhalte und Äußerungen in sozialen Netzwerken dürfen nicht von Auskunfteien missbraucht werden.“

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